Der Kleiekotzer

Huggler und Hugglerweible

 

Hier ein Paar Infos zum Begriff Häs:

Das Häs (Plural: Häser) bezeichnet im Umfeld der schwäbisch-alemannischen Fasnet das Narrenkostüm, das meistens aus einer oft Larve genannten holzgeschnitzten Gesichtsmaske und dem Narrenkleid besteht.

Ein Charakteristikum der schwäbisch-alemannischen Fasnet ist, dass die Hästräger ihre Verkleidung nicht von Jahr zu Jahr wechseln, sondern sie lebenslang beibehalten. In manchen Gegenden ist es sogar üblich, das Häs über Generationen zu vererben. Jede Narrenzunft hat nur einige wenige Narrenfiguren. Das Häs der jeweiligen Figur wird von einer Gruppe in der Zunft getragen. Die ältesten bereits im Mittelalter urkundlich nachweisbaren Narrenfiguren sind der "Teufel", der "Wilde Mann" und verschiedene Tiermasken. Bei den "Fleckle-", "Blätzle-", oder "Spättlekleider" dagegen handelt es sich meist um Leinengewänder, auf denen farbige Stoffflicken aufgenäht sind. Aus dem Barock stammen die Hansele, Narros oder Weißnarren. Sie haben einen bemalten Leinenanzug, meist eine glatte Gesichtsmaske (Glattlarve) mit freundlich wirkendem Gesichtsausdruck und häufig auf Brust und Rücken über Kreuz getragene Schellenriemen ("Gschell"). Die Fastnachtshexe trägt in der Regel eine Jacke (sog. Peter) und einen Rock, der über einem Unterrock und Bauernwäsche getragen wird. Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl örtlicher Narrenfiguren, die sich nicht in eine der erwähnten Gruppen einordnen lassen.

Zur Ausstattung der Narren gehören häufig noch weitere Attribute, die eine symbolische Bedeutung haben oder auch nur dazu dienen, um auf den Narrensprüngen mit den Zuschauern Schabernack zu treiben. Beispiele sind die Rätsche, der Hexenbesen, die "Saubloder" (Schweinsblase), der Fuchsschwanz oder die Streckschere, die mehrere Meter weit ausgefahren werden kann und so dem Narren zum Greifen nach den Hüten der Zuschauer beim Narrensprung dient.

Das Wort "Häs" wird im schwäbischen Dialekt auch außerhalb der Fastnacht für "Gewand" bzw. "Anzug" verwendet, man spricht vom "Sonndigs-Häs" und vom "Schaff-Häs" und meint sonntägliche Kleidung, bzw. Arbeitskleidung. Etymologisch geht es auf das mittelhochdeutsche Wort "haeze" (Kleidung) und das althochdeutsche "hâz" (Kleid, Gewand) zurück.

 

 


 

Bis zum Jahre 1837 hatte ein Herr Schlichthärle den einzigen Laden im Ort. Eine Krämerei oder Hugg, weshalb ein Krämer vorwiegend noch Huggler genannt wurde. 
Am 09.03.1837 genehmigte der Gemeinderat sehr vorsichtig den Antrag des Söldners Ott, eine Hugg (Krämerei) zu eröffnen und erhielt die Konzession. Im Jahre 1847 klagten die Huggler Schlichthärle und Ott erfolgreich gegen die hiesigen „Böttinnen“ (Botengängerinnen) Widmann und Berger Warenvorräte anzulegen und zu verkaufen. 
Verboten wird auch Rosina Krug im Ort zu hausieren. Aber sie hatte 1847 die Konzession für eine Hugg bekommen, weil die bisherigen zwei Huggler mit ihren geringen Einrichtungen nicht ausreichend für denn Ort waren. 

Ebenfalls im Jahr 1847 genehmigte der Gemeinderat denn Antrag der Ehefrau des Schuhmachers Hohenadel auf Hausierhandel(Huggler) mit Brot und Schuhwichse im Ort. Der Gemeinderat begründete die Genehmigung, da der Ort mit Schustern überbesetzt war und nicht soviel verdienen konnte, so dass er seine Familie anständig ernähren konnte. Nach dieser Genehmigung löste sich eine Flut von Anträgen auf Handel von verschiedenen Artikeln, wo jeder Antragsteller etwas anderes verkaufen wollte. z.B: Der Sattler bot Strohhütte und Uhren an. Der Viehhirt bot Bürsten und Fette an. Viele versuchten ihr Glück mit dem Hausieren und Handeln. Sie wurden auch Huggler genannt. 

Im Jahre 1861 hatte ein J. Bauer den Antrag auf eine Hugg- Konzession gestellt. Dieser Antrag war dem Gemeinderat sehr gefällig, weil er alle Artikel in seinem Sortiment anbot. Und weil die Huggler die zuerst im Ort waren verstarben oder nach Laupheim auswanderten. Für 1893 ist die Bäckerei Knoll schon der Hausname „ Untra Beckes“ belegt, während die „obere Bäckerei“ von Fam. Endlichhofer übernommen wurde und später als einzige Bäckerei und Lebensmittelgeschäft in Stetten übrig blieb. Resultat: Von 1837 bis 1861 gab es in Stellen 11 Huggler (Krämer) welcher jeder sein Geschäft machen wollte. Was heute ein wenig belächelt wird, war damals reiner Überlebenskampf.

darauf drei kräftige


Krämer sammer -

Huggla dammer

In den alten Getreidemühlen wird beim Mahlen des Getreides die Kleie aus einem aus Holzgeschnitztem Maul ausgeschieden. Dieser ”Kleiekotzer" ist der Grundgedanke der Fasnetsfigur.das Häs vereinigt die Bereiche Ried, Wasser und Mühle

Narrenruf: 
drei kräftige

Kleie-Kotzer!!!